HENK HELMANTEL

Kunstraub

Fortsetzung "Kunstraub". Zum ersten Teil des Berichts

Die Gerichtsverhandlung


"Ein Diebstahl wie aus dem Comic-Strip"

Kunsträuber der Helmantel-Gemälde machen Fehler nach Fehler





Von Fred Soeteman
Groningen, Freitag

Der unverschämte Gemäldediebstahl bei Künstler Henk Helmantel mag wohl, wie Verteidiger mr. T. Pluyter es ausdrückte, "stümperhaft und infantil" gewesen sein, die Staatsanwaltschaft findet trotzdem daß die Hauptverdächtigen Freiheitsstrafen von zweieinhalb und drei Jahren verdient haben. 

"Eine Aneinanderreihung von Dummheiten die eher in einen Lausbuben-Comic gehören", befand der Verteidiger des mutmaßlichen Täters Mandrie L. (40) aus Rijssen. "Wer sich das ausgedacht hat, ist nicht ganz gescheit!"

Nach Ansicht der Staatsanwältin M.C. Weel sollte der Mitverdächtige Herman S. (49), 'der kleine Dicke' aus Kampen sich ernsthaft hiervon angesprochen fühlen. Er ist in der Kunstwelt kein Unbekannter, und in ihm sieht sie den Organisator des Diebstahls aus Helmantel's Ausstellungsraum in Westeremden Ende Februar. 

Ein Käufer für die 37 Gemälde war nicht zu finden, umso mehr als die Polizei via Fernsehen und Internet rasendschnell dafür sorgte, daß im In- und Ausland genau bekannt war woraus die Beute bestand. So kam es, daß Mandrie L., der diese "heiße Kunst" auf dem Dachboden seines einfältigen Nachbarn zwischengelagert hatte, nichts besseres einfiel als den Freund seiner 18-jährigen Tochter als telefonischen Unterhändler einzusetzen. Mit der Aussicht auf 25.000 Gulden für die 'Vermittlung' sollte er ausgerechnet Helmantel selbst seine Kunstwerke im Wert von 1,5 Millionen Gulden [ca. 680.000 Euro, d. Übersetzer] für 300.000 Gulden in Hundertern zurück kaufen lassen. 

Polizei-Infiltrant

"Keine Polizei, sonst passiert dir was!" bekam Helmantels 14-jährige Tochter eines Tages am Telefon zu hören als ihr Vater in der Kirche war. Auf den Anzeigenseiten der Tageszeitung 'Telegraaf' war zuvor die Aufforderung an die Täter erschienen, Kontakt aufzunehmen. Bei alledem sind die Täter offensichtlich nie wirklich auf die Idee gekommen daß der plötzlich von der Gegenseite ins Spiel gebrachte Unterhändler 'Hans' einfach ein Infiltrant der Polizei war. Und daß mit seiner Vermittlung, zuerst bei der Probe-Übergabe von 'Arjan's ersten Schühchen', die Falle unerbittlich zuschnappen würde bei der Übergabe der – vom Staat an die Polizei ausgeliehenen - hunderttausenden Gulden gegen die ersten 18 Gemälde, auf einem Parkplatz an der Autobahn A1 bei Rijssen.

Der Verdächtige Mandrie L. bestreitet alles, jedenfalls solange er nicht schweigt. Allerdings befindet er sich in der unangenehmen Lage daß nicht nur sein Nachbar und seine Nachbarin gegen ihn ausgesagt haben, sondern auch seine Tochter und seine Partnerin Gré. Und daß inzwischen bekannt ist daß er am 24. Februar ein Paar Dreifach-Glassauger gemietet hat, wie sie beim Einbruch bei Helmantel benutzt wurden um eine Fensterscheibe zu entfernen.

Auch Herman S. behauptet, von nichts gewußt zu haben. Ob es um den eigentlichen Diebstahl geht, oder über die Aussage daß er Mandrie für 100.000 Gulden angeheuert haben soll. Auch ein paar Fälle von Betrug anderer Kunstmaler, die sagen daß sie ihm allerlei schöne Kunst geliefert haben ohne daß er dafür jemals anständig bezahlt hätte, berühren ihn weiter nicht, so ließ er wissen.

Staatsanwältin Weel begründete ihren Strafantrag: "Aus reinem Gewinnstreben haben sie Gemälde gestohlen und probiert sie zu verkaufen. Sie haben Familie Helmantel schweren Schaden zugefügt und einen großen Schock verursacht – in Westeremden und der internationalen Kunstwelt. 

Urteilsverkündung: 9. November.
Fortsetzung der Übersicht von gestohlenen, aber zurückgekehrten Gemälden.